Allgemeine Infos

Einen schönen Eindruck von den Malediven bekommt man bereits beim Anflug auf den Male International Airport auf der Insel Hulule. Beim Blick aus dem Flugzeug sind viele der Inseln des Nord Male Atolls zu sehen. Für diejenigen, die etwas unter Flugangst leiden sei gesagt, dass die Landung einem das Gefühl vermittelt man würde ins Wasser fallen.
Die Malediven bestehen aus mehreren Atollen und 1.996 Inseln, wovon nur 202 bewohnt sind. Die Landfläche beträgt nur 298 qkm, die Wasserfläche jedoch 107.500 qkm. Über die Entstehung von Atollen gibt es verschiedene Theorien, sicher ist jedoch das Kalkstein, der die Grundlage der Inseln bildet, von Korallenpolypen hergestellt wird. Berge oder Flüsse sucht man auf den Malediven vergeblich, die Inseln liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel.
 
Bevölkerung
Die Bevölkerung der 220 bewohnten Inseln der Malediven liegt bei ca. 215 000 Einwohner, wovon ca. 70 000 Malediver in der Hauptstadt Male wohnen. Die zweitgrößte Einwohnerzahl befindet sich auf der Insel Hitadu im südlichen Seenu Atoll mit ca. 7000 Einwohnern. Im Durchschnitt leben auf den Inseln 200 bis 300 Einwohner in einer Dorfgemeinschaft zusammen. Der Name des Dorfes und der Inselname sind identisch, wobei für die Malediver die Bezeichnung "Dorf" im Wortschatz nicht vorkommt, sondern nur die bewohnte Inseln = ra. Für die Besiedlung einer Insel ist das Süßwasservorkommen maßgeblich.
Aufgrund der verbesserten Gesundheitsvorsorge in den letzten Jahren, ist die ehemals hohe Sterberate gesunken, und die Malediven gehören heute zu den geburtenstärksten Ländern der Erde. Die Herkunft der Malediver, die sich selbst auch Dhivehi nennen, ist bis heute nicht genau geklärt. Die ersten Einwohner waren vermutlich Singhalesen aus Nordindien, später siedelten hier auch Araber und Afrikaner. 
Das Leben auf den Inseln abseits von Male ist recht einförmig. Es besteht kaum Kontakt zwischen den Bewohnern der einzelnen Inseln, die oftmals weit voneinander entfernt in verschiedenen Atollen liegen. Jede Insel besteht immer nur aus einem Dorf. Der Alltag auf den Inseln wird vom Fischfang geprägt. Die Männer sind oft sehr lange Zeit unterwegs, um zu ihren Fischfanggebieten zu segeln und den Fang dann anschließend in Male auf dem Markt zu verkaufen, so dass man bei dem Besuch einer Insel vorwiegend Frauen antrifft.
Die Unterkünfte sind oft einfache Hütten, die aus Korallenstein gebaut und mit Palmblättern oder Wellblech gedeckt sind. Die Malediver werden durchschnittlich nur 50 bis 60 Jahre alt. Die äußere Erscheinung der Malediver erscheint aber oftmals jünger, so lässt sich das Alter nur schwer einschätzen. Heirat und die Gründung einer Familie erfolgen bei dem Malediver recht früh. Die Durchschnittsfamilie besteht aus 7 Personen, wobei die Kinder als Altersvorsorge dienen, da eine soziale Absicherung fehlt. Der Islam erlaubt den Malediver mit vier Frauen gleichzeitig eine Ehe einzugehen, was aber derzeit kaum noch praktiziert wird, da oftmals das Einkommen nicht reicht. Eine Scheidung ist für den Mann sehr einfach, er braucht nur dreimal sagen: "Ich verstoße dich!" Die Frau dagegen muss fundierte Gründe vorweisen können. Dies führt zu einer der höchsten Scheidungsraten weltweit.
 
Staatsform
Der Präsident der Malediven wird alle 5 Jahre durch einen Volksentscheid neu gewählt. Er bekleidet das oberste Amt auf den Malediven und ist gleichzeitig Chef des Heeres und Verteidiger des Glaubens. Ihm zur Seite stehen die zehn Minister. Die Volksvertretung besteht aus 48 Abgeordneten, die sich aus jeweils 2 Abgeordneten je Atoll und zwei aus Male zusammensetzen, die restlichen 8 werden vom Präsidenten bestimmt. Es gibt auf den Malediven kein Parteiensystem, jeder muss sich für sein Amt selber bewerben und dies finanzieren.
Jedes der 19 Atolle hat einen Atollchef, dessen Aufgabe es ist für Recht und Ordnung zu sorgen, sowie alle wichtigen Ereignisse nach Male zu melden. Jede Insel hat zudem einen Inselchef, dieses Amt wird in der Regel vererbt.
Die maledivischen Gesetze basieren auf dem Koran, deshalb ist körperliche Züchtigung auch heute noch eine angewandte Strafe. Die Todesstrafe kennt man jedoch nicht - schlimmste Strafe ist die Verbannung auf eine einsame Insel.
In der Außenpolitik verfolgen die Malediven einen neutralen Kurs und sind Mitglied in den Vereinten Nationen und der UNESCO.

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