Geschichte

Mit großer Wahrscheinlichkeit waren Singhalesen (aus Gujerat) die ersten Siedler auf den südlichen Atollen der Malediven. Der Dialekt, der hier heute noch gesprochen wird, erinnert stark an Singhalesisch. Auch einige Bräuche und buddhistische Funde bei Ausgrabungen deuten darauf hin. In der westlichen Welt müssen die Malediven ebenfalls bekannt gewesen sein, denn der Geograph Claudius Ptolemäus beschreibt in seinen Aufzeichnungen Inseln, die auf die Malediven deuten. Sein Wissen hatte er aus Aufzeichnungen der Phönizier, die mit Handelsschiffen in den indischen Ozean vorgestoßen waren und vermutlich dort auf die Malediven gestoßen sind. Später sind Araber auf dem Weg nach Ceylon häufig an den Riffen gestrandet und haben sich auf den Inseln niedergelassen.    

Konkretere Angaben fand man von Geographen aus dem 11. und 12. Jahrhundert, die von wunderschönen unabhängigen Inseln berichteten auf denen mit Kaurischnecken und Kokosseilen gehandelt wurde   Die erste ausführliche Beschreibung stammt von Ibn Batuta der von 1343 fast zwei Jahre auf den Malediven verbrachte und sie als rechtschaffene, fromme Moslems beschrieb.Die Inselgruppe gehört seit 1153 dem islamischen Glauben an, dies ist auch der Zeitpunkt an dem die Geschichte schriftlich festgehalten wurde. Es wurde u.a. die Chronik der islamischen Sultane geführt, die mit Mohammed Ibn Abdullah begann und 1968 mit Mohammed Fareed-ul-Avval endete.

Im 14. Jahrhundert wurden die Malediven von der ersten Sultanin Khadeeja Rehendi Kabaidhi Kilege regiert. Sie regierte mit Unterbrechungen insgesamt 35 Jahre. Obwohl die Malediven fromme Moslems waren, gab es einige landesübliche Bräuche, die bei den arabischen Moslems auf großes Entsetzen gestoßen sind. Die Frauen der Malediven haben nie ein Gesichtstuch getragen und waren teilweise nur mit einem Hüfttuch bekleidet. Die im Islam schon recht freizügigen Heiratssitten waren noch wesentlich unkomplizierter, was sich bis heute kaum geändert hat. Dies gilt jedoch nur für Moslems, für Christen sind die Frauen der Malediven bis heute Tabu.Obwohl die Malediven als gastfreundliches Land bekannt waren, konnten Schiffbrüchige kaum auf große Hilfe hoffen, denn nach maledivischem Recht fällt ein gestrandetes Schiff in ihren Besitz. Deshalb wurde meist solange gewartet, bis das Schiff auf ein Riff gespült wurde.
 
Anfang des 16. Jahrhundert erreichten die Portugiesen den indischen Ozean und besetzten zuerst Südindien und Ceylon. 1558 bat der beim Volk sehr unbeliebte Hassan der Neunte die Portugiesen um Hilfe gegen aufständische Malediver, dies war die Gelegenheit für die Portugiesen unter Führung von Andreas Andre Male und die anderen Atolle zu besetzen. Sie zerstörten alle Moscheen und bauten dafür Kirchen um die Malediver zum christlichen Glauben zu bekehren. Die Portugiesen stießen hierbei jedoch auf eisernen Widerstand. Die Malediver starteten unter Führung von Mohammed Thakrufaan einen Guerillakrieg mit Unterstützung der Malabaren. 1573 hat er es dann geschafft die Portugiesen zu vertreiben und wurde daraufhin zum Sultan gewählt. Er ist einer der großen Volkshelden in der Geschichte der Malediven. 

Genauso mussten die nachfolgenden Sultane mehrere Angriffe der Portugiesen abwehren. Besonders erfolgreich war Sultan Ibrahim Iskander (1648-1687), der auch die Freitagsmoschee Hukuru Miskiy bauen ließ und die erste Schule gründete. Im 17. Jahrhundert lösten die Holländer die Portugiesen auf Ceylon ab, und da diese mehr am Handel, als an Eroberungen interessiert waren, unterhielten sie mit den Malediven ein loses Tributverhältnis. Im Jahre 1802 übernahmen die Engländer Ceylon und machten sich als erste unter der Leitung von Kapitän Moresby im Jahre 1834 daran, die Malediven kartografisch zu erfassen. Seine Aufzeichnungen dienen auch heute noch als Grundlage für englische Seekarten. 1883 besuchte der britische Verwaltungsbeamte H.C.P. Bell die Malediven und erstellte die ausführlichsten bisher existierenden Monographien.

1887 schlossen die Engländer mit den Malediven einen Protektoratsvertrag, in dem sie sich verpflichteten kein Abkommen mit anderen Ländern zu schließen und als Gegenleistung für den Schutz durch die Engländer einen Tribut an England zu zahlen. Während des 2. Weltkriegs eröffneten die Engländer auf Gan einen Luftwaffenstützpunkt. 1965 erhielten die Malediven die völlige Unabhängigkeit und der bis 1976 gepachtete Luftwaffenstützpunkt auf Gan wurde aufgelöst und ist heute eine Touristeninsel.
 

Die 2 Republiken

Ab 1932 begann auf den Malediven der Demokratisierungsprozess. Der damalige Sultan Shamsuddin III. wandelte das absolute Sultanat in ein konstitutionelles um. Am 01.01.1953 wurde die erste Republik unter der Präsidentschaft von Amin Didi gegründet. Er hätte auch Sultan werden können, wollte aber den Malediven zu einer moderneren Staatsform verhelfen. Er hatte viele Reformen in das Land gebracht. Durch ihn kam Strom nach Male, Schulen wurden ausgebaut, und er nahm Veränderungen an den Häusern und auf den Inseln zur Malariaprophylaxe vor. Der Versuch den Landsleuten das Rauchen abzugewöhnen blieb jedoch ohne Erfolg. Seine Reformen brachte ihm nicht nur Freunde und nach nur 9 Monaten im Amt wurde er in Male erschossen und wurde auf Kurumba Village beerdigt.
 
Nach seinem Tod kam wieder ein Sultan an die Macht, Mohammed Fareed (1954-1968). Unter seiner Herrschaft gab es einen Putsch der beiden südlichen Atolle unter Führung von Afif Didi. Der Grund war, dass Male dem Vorhaben der Engländer ihren Stützpunkt auf Gan weiter auszubauen nur schleppend folgte. Die südlichen Atolle versprachen sich von den Engländern Arbeit und gutes Einkommen und schlossen deshalb einen separaten Vertrag mit ihnen, der 4 Jahre Bestand hatte. 1963 entschieden sich die Engländer wieder mit Male zusammenzuarbeiten, was für die südlichen Atolle eine Niederlage war. Afif Didi flüchtete auf die Seychellen. Am 11.11 1968 wurde erneut die Republik unter Führung von Ibrahim Nasir ausgerufen. Nach zehn Jahren übernahm Maumoon Abdul Gayoom das Präsidentenamt, seine Amtszeit geht bis 1998. Er ließ die Große Freitagsmoschee und das Islamischen Zentrum bauen.