Wirtschaft

Die ansonsten armen Malediven besitzen nur zwei Waren in ausreichender Menge, Fisch und Kokosnüsse. Ein Problem war es schon immer Reis, der als Grundnahrungsmittel dient in ausreichender Menge zu beschaffen. Der Transportweg nach Ceylon ist für frischen Fisch zu lange, deshalb besann man sich auf eine alte Konservierungsmethode, die den Fisch haltbar macht, aber auch recht unappetitlich aussehen lässt. Auf Ceylon gibt es jedoch viele Freunde dieses "maledivischen Fisch", der von den Einheimischen Hikimas genannt wird. Er bildete bisher die Hauptstütze des Exports.

Fischerei

Fischer auf einem Boot
Der Fischfang ist wie beschrieben die Hauptnahrungsquelle der Malediven. Es arbeiten ca. 20 % der Malediver in der Fischerei und erwirtschaften damit ca. 15% des Bruttosozialprodukts. Die Fischer fangen die Fische meistens noch mit einer Angelrute, was den Vorteil hat, dass keine Delphine o.ä. durch Netze getötet werden. Die Boote sind oftmals noch ohne Motor ausgerüstet. Probleme haben die Malediven mit fremden Schiffen, die in ihren Gewässern fischen wollen. Die Abwehr dieser Fischer bereitet ihnen große Probleme, da es so gut wie keine Patrouillenboote gibt, die dieses überwachen könnten.
Neben Fischen waren auch Langusten und Seeschildkröten beliebte Beute, doch mit Aufkommen des Tourismus stieg die Nachfrage so extrem an, dass besonders die schöne Karettschildkröte fast ausgestorben war. Der Fischereiminister musste deshalb den Fang von Schildkröten und jungen Langusten verbieten, was auf wenig Verständnis bei seinen Landsleuten stieß, die ihren Profit im Auge hatten.

Tourismus

Der Tourismus entwickelt sich zur Wachstumsbranche Nr. 1 auf den Malediven. Nachdem 1972 das erste Touristenresort eröffnet wurde sind inzwischen viele weitere hinzugekommen. Rund die Hälfte davon wird direkt von den Malediven verpachtet. Die meisten Touristen kommen derzeit aus europäischen Ländern, vor allem aus Deutschland, Frankreich und Italien. Die Malediven versuchen jedoch auch den asiatischen und australischen Markt zu gewinnen, um weniger jahreszeitlich gebunden zu sein. Der Tourismus ist Devisenbringer Nr. 1 und ist mit ca. 20 % am Bruttosozialprodukt beteiligt. Darüber hinaus werden immer mehr Arbeitskräfte in dieser Branche benötigt. Durch die recht strikte Trennung von Touristen und Einheimischen ist es kaum zu kulturellen Veränderungen gekommen. Die Einnahmen aus dem Tourismus haben es möglich gemacht, dass das Gesundheitswesen und das Schulsystem weiter ausgebaut werden konnte. Viele Handwerker können sich durch den Verkauf ihrer traditionellen Arbeiten einen besseren Lebensstandard leisten.

Ackerbau

Eine Kokospalme
Trotz widriger Naturgegebenheiten wie geringer Anbauflächen, ungünstigen Klimas und armer Böden werden verschiedene Nahrungsmittel für den Eigenbedarf und zum Verkauf gezogen.Kokosnuss, Brotfrucht, Mango, Papaya, Limone, Banane, Kürbis, Wassermelone, Taro und Chili haben einen beachtlichen wirtschaftlichen Wert. Der hauptsächliche Absatzmarkt für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Male und die Ferieninseln. Große Mengen von Gemüse, Früchten, Fleisch und Geflügel müssen importiert werden und kosten daher Devisen. Die Regierung leitet Maßnahmen ein, die Landwirtschaft der Malediven zu verbessern. Man sieht die Sanierung der Kokosbestände vor, will Schädlinge bekämpfen, Ausbaumaßnahmen durchführen und die unbewohnten Inseln maximal nutzen.

Schifffahrt

Die nationale Schifffahrtslinie wird von der Maledives National Ship Management Limited betrieben und bewältigt 95 Prozent der Importe des Landes. Zum Deviseneinkommen tragen seit Mitte der 60 Jahre Industrieüberschüsse maßgeblich bei. Die Schiff-Fahrt wurde seit 1982 durch die Stagnation der Wirtschaft, den Krieg zwischen Iran und Irak und anderen Einflussfaktoren negativ beeinflusst. Um Verluste zu minimieren, wurde die Schifffahrtslinie konsolidiert und die Abwicklung modernisiert.

Industrie

Industriearbeiter
Die Industrie der Malediven besteht aus einem traditionellen und einem modernen Zweig. Zu den traditionellen Industrien gehören Bootsbau, Flechthandwerk, Seilerei, Schmiede und andere Handwerksbetriebe sowie kleine dörfliche Manufakturen. Dieser traditionelle Zweig beschäftigt eine beachtliche Zahl von Frauen und Männern und stellt etwa ein Viertel der Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Verbindungen mit anderen Zweigen der Volkswirtschaft wie Tourismus, Transport- und Bauwesen haben die traditionellen Industrien gestärkt. Neben der weiterhin blühenden traditionellen Erwerbsweise entstehen auch neue Industrien.
Die hauptsächlichen Aktivitäten der modernen Industrie erstrecken sich auf das Eindosen von Fischen, die Kleidermanufaktur, die Herstellung von Kunststoffröhren und Waschpulver sowie die Abfüllung von Sprudelwasser.
Andere Unternehmungen wie Bootsbauwerften, Transportbetriebe, elektrische und mechanische Werkstätten, Zimmerei und Ziegelei sind ebenfalls beachtenswert. Die Industrie insgesamt erwirtschaftet 13,3 Prozent des Bruttosozialproduktes.
Man hat erkannt, dass der Industrie eine Schlüsselstellung zukommt. Daher ermutigt die Regierung ausländische Geldgeber, zu gegenseitigem Nutzen auf Investitionsprojekte einzugehen. Vom Ausbau des Transportwesens, der Kommunikationsmöglichkeiten und anderer infrastruktureller Verbesserungen erhofft man sich, die Ökonomie des Landes auf eine breitere Basis zu stellen.